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Konsum

Nachhaltige Verpackung: Warum am Regal nichts zu erkennen ist

Ich habe Nachhaltigkeit studiert und war von Anfang an skeptisch, ob die EU-Verpackungsverordnung wirklich so kommt, wie sie geplant war. Sie ist gekommen. Seit dem 12. August gilt sie.

Was mich mehr beschäftigt, ist das Gejammer davor. Seit Jahren war klar, was auf die Unternehmen zukommt. Trotzdem wurde bis zuletzt gehofft, dass es sich nochmal verschiebt. Das ist nicht dumm, sondern rational. Bei anderen Regelwerken hat genau das funktioniert.

Interessanter finde ich, was ich in meiner eigenen Erhebung gefunden habe. Ich habe 236 Leute gefragt, was sie davon abhält, zur nachhaltiger verpackten Variante zu greifen. Die häufigste Antwort war die Zeit. Der Preis wurde auch genannt, aber an letzter Stelle.

enter image description here Bild: KI-generiert mit ChatGPT

Das hat mich zuerst gestört. Keine Zeit klingt nach Ausrede. Bis mir aufgefallen ist, dass es keine ist. Wer im Supermarkt vor dem Regal steht, hat schlicht keine Information. Glas wirkt nachhaltig, ist es in der Ökobilanz oft nicht. Karton wirkt nachhaltig, manchmal stimmt das, manchmal nicht. Es gibt kein Zeichen, das in drei Sekunden funktioniert.

Wer trotzdem richtig wählen will, muss recherchieren. Und Recherche kostet Zeit. Die Antwort war also ehrlich.

Gleichzeitig zeigen meine Zahlen etwas anderes. Der Preis steht bei den Nennungen ganz hinten, wirkt aber trotzdem am stärksten. Bei rund 6 Prozent Aufpreis ist Schluss, und wer aufs Geld schaut, zahlt deutlich weniger, egal wie gut seine Haltung ist.

Zwei Barrieren also. Die eine steht bei den Nennungen oben, die andere unten. Bei der Wirkung ist es umgekehrt.

Genau deshalb halte ich die Verordnung für richtig gebaut. Sie fragt den Konsumenten gar nicht. Sie legt fest, was überhaupt ins Regal darf. Nur ausgerechnet das einheitliche Label, das die Erkennbarkeit lösen soll, gibt es noch nicht. Es hätte im August kommen sollen. Es kam nicht.

Bleibt vorerst alles, wie es ist. Und die bessere Wahl bleibt eine Frage von Zeit und Geld. Beides ist knapp.